Freier Waldorfkindergarten Schwetzingen
Basar 2014

Basar 2014

20 Jahre Basar im Waldorfkindergarten Schwetzingen

Der Basar war in diesem Jahr in vielerlei Hinsicht etwas ganz Besonderes. Seit 1994, also in diesem Jahr zum 20sten Mal, lud der Waldorfkindergarten in die Räume des Bassermann-Saales zum vorweihnachtlichen Basar ein. Auch die Wochen davor waren unter einem besonderen Licht gestanden.  In der Vorbereitungszeit für diesen „Jubiläumsbasar“ hatten wir uns wieder auf unsere „alten Wurzeln“ besonnen. Wir hatten zurückgeblickt auf das, was wirklich wichtig ist in der Gemeinschaft und was die Besonderheiten der Waldorfpädagogik ausmacht.

„Kinder sind keine Fässer, die gefüllt, sondern Fackeln, die entzündet werden wollen“. Mit dieser bedeutungsvollen Weisheit von François Rabelais eröffnete Elternbeirätin Rebecca Knöll den Basar am Abend des 15. Novembers und erinnerte somit daran, was die Arbeit mit Kindern ausmacht.

Nach der musikalischen Einführung  in den Abend durch den Kindergartenpapa Marcus Jödicke und seinen Vater begegneten sich vor allem die Erwachsenen, um nach der festlichen Einstimmung an den schön geschmückten Verkaufstischen zu stöbern oder im Basar-Café die ein oder andere selbstgemachte Köstlichkeit zu probieren.
Der Bassermann-Saal hatte sich mit Hilfe von Tannengrün und großen Tannenbäumen, zahlreichen Lichtern und bunten Tüchern in einen wunderschönen vorweihnachtlichen Basar verwandelt. Ganz traditionell gab es neben den, von den Waldorfeltern handgearbeiteten Puppen, gefilzten Kleinigkeiten, Schals oder selbst genähten Kleidungsstücken, auch wieder die schönen Holztiere zu bewundern und natürlich auch zu kaufen.

Ebenso war die Töpferei Hensel aus Ketsch, der Edelsteintisch mit wunderbarem Schmuck und die Bücherecke mit einer großen Auswahl an Kinderbüchern und pädagogischer Literatur vertreten und luden zum Stöbern und Staunen ein.

Auch am nächsten Tag wurden viele große und kleine Gäste willkommen geheißen. Mit dem traditionellen rotbackigen Apfel für jedes Kind, begrüßte Kindergartenleiterin Frau Lang oder einer der Vorstandsmitglieder die Gäste. Von diesen verweilten nicht wenige zunächst am Spinnrad bei Frau Hamprecht, um ihr dabei zuzuschauen, wie sie Naturwolle gekonnt verspann.

Am Sonntag war der Basar ab 10 Uhr geöffnet. Vor allem Familien mit Kindern kamen zahlreich. Gab es doch viele schöne Dinge zu entdecken und kennenzulernen. Besonders beliebt war wie in jedem Jahr das Kinderlädchen. In diesem dürfen die Kinder eine goldene Nuss gegen ein kleines Geschenk eintauschen. Der Zutritt ist nur für Kinder erlaubt. Wenn diese das Lädchen durch den Vorhang betreten, ist es fast wie der Übertritt in eine Zauberwelt. Die Kinder befinden sich dann in einer wunderbar geschmückten und sanft ausgeleuchteten Höhle mit vielen hübschen selbstgebastelten Kleinigkeiten aus Naturmaterialien wie zum Beispiel kleinen Püppchen aus Wolle oder Tiere aus Nüssen zusammengesetzt.

Die Kinder konnten außerdem Märchengeschichten wie „Hänsel und Gretel“ lauschen oder bei einem Puppenspiel in der Wichtelgruppe bei Frau Packe zusehen. Viele hatten Spaß beim Plätzchenbacken oder beim Basteln von kleinen Filzzwergen. Wen das kühle Wetter nicht abschreckte, der saß mit einer dicken Jacke draußen im Garten mit einem langen Stock vor dem Lagerfeuer und röstete sein Stockbrot.

Die Organisation des Basarwochenendes durch die Elternschaft ist eine in der Waldorfpädagogik fest verankerte Tradition. Der Erlös, den der Basarkreis an diesen Tagen erwirtschaften kann, wird zum Teil einem guten Zweck gespendet und fließt zum anderen in die Finanzierung von Anschaffungen ein, die dem Kindergarten und somit den Kindern zu Gute kommen. Es ist jedoch nicht der rein finanzielle Hintergrund, der den Basar so bedeutsam macht. Vor allem fördert er den Zusammenhalt der Elternschaft als Gemeinschaft, regt zur Beteiligung an, bringt Kreativität und den Mitgliedern viel Spaß bei Gestaltung und Umsetzung.

An dieser Stelle möchten wir uns bei den zahlreichen Helfern, die so viel Zeit und Mühe in das Gelingen dieses besonderen Wochenendes investiert haben, bedanken. Ein besonderer Dank gilt außerdem den Erziehern des Waldorfkindergartens. Sie haben uns nicht nur im Vorfeld bei der Organisation und den Bastelarbeiten unterstützt, sondern vor allem auch den Basarsonntag mit ihren Angeboten für die Kinder um wunderschöne Eindrücke und Momente bereichert.

Susan Brecht